U18-Leistungssportkoordinator Alexander Trost
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„Wer ist eigentlich dieser Alexander Trost, der uns ständig Mails schreibt?“ – diese Frage einiger U18-Athletinnen und -Athleten wollen wir hier beantworten. Deshalb dürfen wir vorstellen:
Alexander Trost (geb. Bauhofer)
36 Jahre
TV 1848 Erlangen / JV Ammerland-Münsing
3. Dan
Liebe Judo-Community,
Alex war vor seiner Tätigkeit als Leistungssportkoordinator von September 2017 bis Juli 2023 als Landestrainer tätig. Gestartet ist er damals in der U15. In seinem damaligen U15-Kader befanden sich bereits heutige Nationalkaderathletinnen wie Tanja Grünewald oder Samira Bock. Später war er gemeinsam mit Claudia Straub für die U18 verantwortlich. Ursprünglich stammt Alex aus Ammerland-Münsing, einem Außenstützpunkt, den Claudia damals betreute. Zu dieser Zeit ahnte noch niemand, dass die beiden später einmal gemeinsam als Trainerkollegen zusammenarbeiten würden (s. Foto: Claudia coacht gegen Alex).
In die Region Nürnberg/Erlangen verschlug es Alex tatsächlich durch die Stelle als Landestrainer. Seine Frau Eike stammt ursprünglich aus Erlangen. Nach seinem Uniabschluss und ihres vor dem Abschluss stehenden Masterstudiums in Passau standen die beiden vor der Entscheidung, wohin es beruflich und privat gehen sollte. Nur eines war sicher: München sollte es nicht werden. Da kam die lange unbesetzte Stelle als Landestrainer in Nordbayern genau richtig. So kehrte Eike in ihre Heimat zurück und Alex übernahm die Position in Nordbayern. Mittlerweile sind die beiden seit dreieinhalb Jahren verheiratet und Eltern von zwei Kindern. Für Alex war immer klar: Als Vater möchte er möglichst viel Zeit mit seinen Kindern verbringen. Die Wochenenden in der Judohalle werden daher inzwischen gegen gemeinsame Zeit mit der Familie getauscht.
Seinen letzten Einsatz als Landestrainer hatte Alex 2023 in Bielsko-Biała in Polen. Eigentlich war geplant, lediglich den European-Cup zu betreuen und vor dem anschließenden Trainingscamp abzureisen – schließlich stand der Geburtstermin des ersten Kindes kurz bevor. Dann kam vor Ort der Anruf: „Alex, ich fahre ins Krankenhaus – unser Kind kommt.“ Also machte er sich schnellstmöglich auf die rund siebeneinhalbstündige Heimreise. Einige – Alex eingeschlossen – würden jetzt vermutlich denken: Das sollte eigentlich reichen, um noch rechtzeitig im Kreißsaal anzukommen. Doch im Krankenhaus angekommen, konnte er seinen Sohn bereits glücklich in den Armen halten.
Alex besitzt einen Masterabschluss in Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Diagnostik und Training. Hauptberuflich arbeitet er mittlerweile als Sportwissenschaftler in einer Orthopädiepraxis. Auch nach dem Ende seiner Tätigkeit als Landestrainer bleibt er dem BJV treu. Mit einem wöchentlichen Arbeitspensum von zehn Stunden organisiert er als Leistungssportkoordinator der U18 möglichst viel rund um die anstehenden Maßnahmen. Daher haben viele U18-Athletinnen und Athleten regelmäßig Mailkontakt mit ihm. Die Maßnahmen selbst werden von U18-Landestrainer Radu Ivan mit Unterstützung von Milan Dišović sowie Cheftrainerin Claudia Straub durchgeführt. Für den vielen Papierkram, der im Hintergrund erledigt werden muss, ist Alex eine unverzichtbare Instanz im Team der Landestrainer. Durch seine eigene Zeit im Kreise der Landestrainer kennt Alex alle Abläufe und kann von Hotel über Verpflegung und Reiseplan bis hin zu suspekten EJU-Excel-Tabellen alles schnell und zuverlässig richtig bearbeiten.
Wenn Alex nicht auf der Judomatte steht, schaut er gerne Filme. Zu seinen Lieblingsfilmen zählt „Matrix“, der ihn sogar zum Namen seines ersten Kindes inspirierte. Die Inspiration für den Namen des zweiten Kindes fand er im Film „Troja“. Außerdem liebt es Alex, sich zu messen. Sei es im Randori, bei Aufwärmspielen oder bei Tippspielen – jede Herausforderung nimmt er an. So kam es auch, dass er sich der Herausforderung stellte, seine Hochzeitstorte selbst zu backen. Geübt wurde zunächst bei der standesamtlichen Hochzeit und bei der freien Trauung wurde – da sind Claudia und ich uns einig – abgeliefert.
In der Bundesliga startet Alex seit vielen Jahren für den TV 1848 Erlangen. Nach vielen Jahren in der 1. Bundesliga kämpft das Team seit dieser Saison in der 2. Bundesliga. Besonders gefährlich wird Alex im Boden. Seit inzwischen über 10 Jahren erhält Alex regelmäßig Einstätze für den TV Erlangen. Was ihn und auch seine ehemaligen Athleten immer wieder schmunzeln lässt: Hin und wieder stehen ihm inzwischen seine früheren Kaderathleten gegenüber – wie in diesem Jahr beispielsweise Rufus Barske.
Seine kompetitive Art und seine Bodenstärke wurden Alex allerdings auch in seiner Zeit als Landestrainer schon mal zum Verhängnis: Aus einem kleinen „Tackle“ gegen Emma Listl (JG 2006, TSV Abensberg) entwickelte sich ein 30-minütiges Bodenrandori. Da Emma von der zuvor stattgefundenen Trainingseinheit in Kienbaum bereits geschwächt war, kam ihr Vanessa Geretzki (JG 2006, TSV Abensberg) zur Hilfe. Gemeinsam versuchten sie, den Bodenspezialisten zu bezwingen. Nach gut 30 Minuten Kampfzeit fand sich Alex schließlich in einem doppelten Juji-Gatame wieder (siehe Fotos) und musste sich geschlagen geben.
Alex ist außerdem weiterhin als Heimtrainer beim TV 1848 Erlangen tätig. Dort trainiert er sowohl Kinder als auch Erwachsene. Seine Freizeit dreht sich damit fast vollständig um Kinder und Judo. Wenn er nicht auf der Judomatte Kinder trainiert, verbringt er Zeit mit seinen eigenen Kindern. Häufig verbindet er beides und nimmt seine Kinder mit in die Judohalle. Während Alex Zirkeltraining macht, spielen seine Kinder gemeinsam mit den Kindern anderer Judoka. So hat sich im Dojo des TVE mit der Zeit eine kleine Spielewiese entwickelt.
Ich hoffe, ich konnten mit diesem Artikel die Frage beantworten, wer Alexander Trost ist, und mich im Namen des BJV herzlich für deinen täglichen Einsatz bedanken.
Text: Yvonne Grünewald
Foto: Jonas Löffler/ privat







