Zum Hauptinhalt springen

USK-Cup Prag 2026

Veröffentlicht in

Sportgeschehen Leistungssport

Bayerische U21-Judoka überzeugen in Prag – wertvolle Erkenntnisse für die Meisterschaftsserie

 

Vom 06.02. - 08.02.2026 ist eine Auswahl an bayerischen Judoka mit Donat Müller und Radu Ivan in die tschechische Hauptstadt zum diesjährigen „USK Cup“ gefahren.

Ziel dieser Maßnahme war es, den aktuellen Leistungsstand im internationalen Vergleich zu überprüfen und wichtige Wettkampferfahrungen im Hinblick auf die bevorstehende Einzelmeisterschaftsserie zu sammeln.

Trotz der vergleichsweisen geringen Teilnehmerzahl, beispielsweise nur acht Starterinnen in der Gewichtsklasse bis 70 kg, wobei drei davon aus Bayern kamen, war das sportliche Niveau angemessen. Da es sich in dieser Gewichtsklasse fast um eine vorgezogenen Süddeutsche Meisterschaft handelte, ergab es sich folgerichtig, dass es bald zu einem „innerbayerischen“ Halbfinale kam. Bei den Männern sahen die Tabellen definitiv voller aus und hatten ebenfalls den Einen oder Anderen „Hochkaräter“ zu bieten.

So kam es durch den ganzen Wettkampftag zu einigen „knackigen“ Duelle. Auffällig dabei war eine wiederkehrende Schwächephase in den letzten Sekunden zahlreicher Begegnungen. Trotz meist souveräner Führung über den gesamten Kampfverlauf gaben die bayerischen Athleten ihre Vorteile kurz vor Schluss noch aus der Hand. Ursache dafür war häufig ein Abweichen von der zuvor besprochenen Wettkampftaktik sowie die fehlende „Abgebrühtheit“.

Trotz zahlreicher Finalblock-Teilnahmen konnten daher lediglich zwei Athletinnen ihre letzten Kämpfe erfolgreich für sich entscheiden. Jolina Reinhold (-63kg, TSV Abensberg) konnte das Finale für sich entscheiden und gewann die Gold-Medaille. Carlotta Schlieper (-70kg, TSV Altenfurt), David Kupper (-66kg, SV Gold-Blau-Augsburg) sowie Alexander Grabmeier (-90kg, TSV Großhadern) konnten ihre Finalkämpfe leider nicht für sich entscheiden und gewannen somit die Silber-Medaille. Zum Schluss konnte Leya Winter (-70kg, TSV Großhadern) ihren Kampf um Platz 3 gewinnen und sicherte sich die Bronzemedaille.

Emma Listl (-70kg, TSV Abensberg), Rufus Barske -73kg (TSV Grosshadern), Samuel Bischoff -100kg (Judo-Team-Ansbach) und Bundesstützpunkt Athlet aus dem Landesverband Thüringen Henry Röder -81kg mussten sich mit dem 5. Platz zufriedengeben.

Der Sonntag nach dem Turnier wurde dann noch für eine intensive Randori-Einheit vor der Rückfahrt genutzt. In dieser Einheit lag der Fokus v.a. darauf, die am Turnier festgestellten und am Vorabend besprochenen Fehler und Unachtsamkeiten, besonders im taktischen Bereich, nochmals im Detail zu bearbeiten.

Abseits der Matte bot der Wettkampf ebenfalls einige bleibende Eindrücke. Beim gemeinsamen Teamabendessen nach dem Turnier lernten die Athleten nicht nur die georgische Küche kennen, sondern erhielten durch traditionelle Tanzvorführungen auch einen Einblick in deren Kultur.

Eine besondere – wenn auch unerwartete – Erfahrung nahm das Team ebenfalls mit nach Hause: Das ordnungsgemäße Anhalten an einer roten Ampel in Prag führte in diesem Fall zu einem kurzen, unbeabsichtigten „Autoscooter-Moment“ mit einer beschädigten Kofferraumtür. Verletzt wurde dabei niemand, es entstand lediglich Sachschaden. Dank der Unterstützung der bayerischen „Dolmetscherin“ Anna Sperova (-57 kg, TSV Altenfurt) konnte die Situation zügig geklärt werden. Danke an Anna an dieser Stelle!!

Insgesamt war die Maßnahme in Prag ein voller Erfolg: Stärken wurden bestätigt, das Selbstvertrauen gestärkt und bestehende Schwächen, insbesondere das (unnötige) Abweichen von der vorgegebenen taktischen Linie, erkannt und aufgearbeitet. Mit den gesammelten Erkenntnissen können die Athletinnen und Athleten nun gezielt ihre individuellen Vorbereitungen anpassen, um die nun erkannte Fehler in der kommenden Einzelmeisterschaftsserie zu vermeiden zu können.

 

Text: Carlotta Schlieper (Edit: Donat Müller)/ Fotos: Donat Müller