Judo wettkämpfen lernen

Schon seit mehreren Jahren sehen wir uns mit der Tatsache konfrontiert, dass die Anzahl der Judoka, die an Turnieren teilnehmen, abnimmt. Zum Einen mag dies auch am allgemeinen Mitgliederschwund liegen, jedoch trifft diese pauschale Aussage nicht automatisch auf alle Altersklassen zu. Zum Anderen wurde dieser Effekt durch die Corona-Pandemie deutlich verstärkt. Sie stellt uns vor bisher noch nie dagewesene Herausforderungen. Und leider wird uns deutlich vor Augen geführt, dass Corona ein Teil unseres Wettkampfsports bleiben wird. Teilweise gibt es junge Sportlerinnen und Sportler, die seit 30 Monaten Judo machen und keine einzige Chance auf eine Wettkampferfahrung hatten. Mit dieser Problematik hat sich der Verbandsbeirat in seiner ersten Sitzung beschäftigt. In anschließeden Gesprächsrunden kamen differenzierte Fragestellungen hinzu. 

  • Wollen wir sie wirklich direkt auf Meisterschaftsserien schicken?
  • Können wir sie heranführen und somit sogar mehr Judoka zum Wettkämpfen bringen und damit sogar längerfristig an den Judosport binden? Einfach mal nach Regeln Raufen?
  • Wollen wir nicht durch das aktive Heranführen an das Wettkämpfen gerade auch die pädagogische Bedeutung des Umgangs mit Sieg und Niederlage schulen? Schließlich bildet dieses bipolare genau unsere Gesellschaft ab. Mal Hand aufs Herz – wer hat noch nie eine Niederlage einstecken müssen? Gut für den, der sie einfach wegstecken kann!
  • Können wir nicht auch durch kleine Maßnahmen im Training oder im Verein ein großes Gemeinschaftsgefühl erwecken und genau damit ein mögliches Defizit in den bisherigen Angebotsstrukturen schließen?
  • Welche Möglichkeiten bestehen, um den organisatorischen Aufwand sowie den finanziellen Einsatz möglichst gering zu halten?

 

Alle diese Fragen sind Judoka und Funktionären durch den Kopf gegangen und wir haben uns entschlossen, unsere Gedanken und Ideen als Vorschläge zusammenzuschreiben. Wir wollten sie möglichst klar artikulieren und die Ideen mit den notwendigen Hilfestellungen versehen, um den Aufwand jedes Einzelnen gering zu halten.

Für dieses Konzept haben sich ehrenamtlich Vizepräsidenten Elisabeth Grünewald und der stv. Jugendreferent Jonas Ludwig sowie ich mich als Lehrreferent eingebracht. In der Hauptamtlichkeit wurden wir durch die leitende Landestrainerin Claudia Straub und den Breitensportkoordinator Jens Keidel maßgeblich unterstützt. Es ist eine Art Konzept entstanden, das die unterschiedlichen Möglichkeiten aufzeigt, wie der Wettkampfsport wieder mehr integriert werden kann.

Und es ist klar:

Dieses Konzept und die enthaltenen Ideen stehen auf dem Papier und sehen unheimlich gut aus, sie müssen jedoch vor Ort, von den Vereinen, von den Bezirken und dem gesamten BJV gelebt werden. Daher möchte ich den einleitenden Artikel mit dem Wunsch schließen: Machen wir gemeinsam Judo! Lernen wir, Judo wieder wettzukämpfen! Der Einsatz wird sich lohnen!

Florian Ellmann, Lehrreferent des BJV

Im Mai 2022

 

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