Kai Grundbrecher - FSJ

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Ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bayerischen Judo-Verband? Wie kommt man dazu und wer ist der Nachfolger von Daniel Messelberger?

Interview mit Kai Grundbrecher

Wann hast du mit dem Judo angefangen?

Im Sommer 2007

Wie bist du zum Judo gekommen?

Als Kind hatte ich ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) und der Doc meinte, dass Judo dagegen helfen würde, da es anders als die meisten anderen Sportarten auch eine Lebensphilosophie mit erzieherischen Elementen darstellt. Mittlerweile habe ich damit keine Probleme mehr.

Was begeistert dich am Judo?

Die Komplexität des Judos, das man sich im Wettkampf beweisen kann und der respektvolle, oft sogar freundschaftliche, Umgang unter den Judoka.

Was war dein schönstes Judoerlebnis?

Der Moment nachdem ich bei der Bayerischen Meisterschaft zu Hause in Ingolstadt im Finale gewonnen hab.

Was hat dich am meisten geärgert?

Einmal hatte ich einen Gegner der aus dem Mund so stark nach Zwiebel gestunken hat, dass mir während dem Kämpfen schlecht geworden ist weil er mir durchgehend ins Gesicht geatmet hat.

Was hast du im Judo erreicht?

Ich habe den 1. Kyu und plane meinen 1. Dan dieses Jahr noch zu machen, außerdem war ich vor allem in der U15 sehr aktiv auf Wettkämpfen. 2013 wurde ich zweiter bei den Bayerischen Meisterschaften und nachdem ich es mir fest vorgenommen hab Bayerischer Meister 2014 und dritter bei den Süddeutschen Meisterschaften.

Wo wolltest du schon immer Judo machen?

In Japan und insbesondere im Kodokan.

Mit wem wolltest du schon immer Judo machen?

Mit einem Sensei des Kodokan.

Hast du ein Judo-Idol?

Shohei Ono

Wie ist dein Verhältnis zu den Kampfrichtern?

Überwiegend gut, wenn es nach meinem Trainer geht sogar zu gut, aber darauf komm ich nächsten Punkt zurück.

Was ist deine skurrilste Judogeschichte?

In Passau wurde mir ein Technikerpreis mit Pokal von den Kampfrichtern verliehen, weil ich mehrmals Ippon mit einem perfekten O-Soto-Gari geworfen hab, dabei war das zu dieser Zeit der einzige Wurf den ich im Wettkampf erfolgreich eingesetzt hab. Während mein Trainer Jens also die ganze Zeit versucht hat mehr Diversität in meine Technik zu bringen, weil ich alles andere als ein Techniker war, zeichneten mich die Kampfrichter sogar aus und vielen ihm so unbewusst in den Rücken.

Was sind deine weiteren Hobbies?

Neben dem Judo gehe ich im Sommer gern wandern und bergsteigen und im Winter Ski fahren, außerdem unternehme ich oft was mit Freunden und gehe gern auf Partys, des Weiteren höre ich gern Musik, wobei ich besonders Rock, Metal und Punk höre, jedoch auch andere Musikrichtungen. Früher habe ich außerdem viel gelesen, aber in den letzten Jahren nur noch im Sommerurlaub.

Aus welchen Gründen machst du dein FSJ?

Ich mache das FSJ, da ich mein Abi nun in der Tasche hab und dadurch genug Zeit hab um dem Judo etwas zurückzugeben. Nebenbei habe ich so ein Jahr lang Zeit um mich für die Zukunft zu orientieren.

Was für Ziele hast du in diesem Jahr?

Ich hoffe, dass ich durch das FSJ meine Sozialkompetenz verbessern kann, ich organisierter werde, neue interessante Bekanntschaften mache und ein bisschen von Bayern und der Welt sehe. Außerdem möchte ich mal wieder in Topform sein.

Was machst du danach?

Da bin ich mir noch nicht so sicher, aber ich spiele mit dem Gedanken Geographie und Englisch als Lehramt für Gymnasien zu studieren und denke, dass mir das FSJ auf jeden Fall bei der Entscheidungsfindung helfen wird.

Vielen Dank und viel Erfolg in deinem Jahr beim BJV!

Dank unseres neuen FSJlers können wir die Aktion "Schule macht Judo" auch im Schuljahr 2018/19 weiterführen! Wir stellen allen Vereinen/Schulen für einen Projekttag kostenfrei einen Trainer zur Verfügung. Die Vereine/Schulen müssen lediglich die Reisekosten des Trainers (Startort: Ingolstadt) übernehmen. Kai führt dann an einem Tag in der Schule ein Projekttag zum Thema "Rangeln & Raufen - Judo" mit bis zu 6 Klassen (jeweils 45 Minuten) durch. Alle Schüler bekommen den BJV-Stundenplan und Informationen zu den Trainingszeiten des nahegelegenen Vereins. Wer Interesse an diesem Projekt hat, wendet sich bitte an unseren Breitensportkoordinator. Im letzten Schuljahr erreichten wir mehr als 12000 Schüler in über 70 Schulen und die meisten Termine waren bereits im November ausgebucht!

Text: Jens Keidel, Bilder: Kai Grundbrecher / Jens Keidel