Einweihung der Paul Barth Halle

Große Ehre für den Olympiadritten Paul Barth: Gemeinde Gröbenzell benennt Dreifachturnhalle „Paul Barth Halle“ -  Zahlreiche Größen aus der Sport- und Lokalpolitik, ehemaligen Weggefährten, Funktionäre des 1. SC Gröbenzell und natürlich die von Paul Barth trainierten Sportler:Innen fanden sich am 30.9.2022 in Gröbenzell ein, um der formellen Einweihung der bisher namenlosen Dreifachturnhalle an der Wildmoosstraße beizuwohnen.

Die BJV Vertreterinnen Margit Dippold und Elli Grünewald waren in Doppelfunktion vertreten, denn schließlich trainierten beide unter dem BJV Ehrenmitglied Paul Barth. Margit Dippold ist sogar stellvertretende Abteilungsleitung und Trainerin der Judoabteilung. Beim anschließenden Empfang im Gröbenzeller Rathaus stellte Bürgermeister Martin Schäfer die zahlreichen Gäste aus der Sport- und Lokalpolitik vor, ebenso wie die Unterstützer der Abteilungsgründung vor knapp 50 Jahren: den damaligen Bürgermeister Eike Götz und Paul Barths Trainingspartner Gerd Egger und Siegi Sterr, sowie den Olympiazweiten Günther Neureuther. Anhand des BR3-Beitrags präsentierte er filmisch die einzige Münchner Olympiamedaille 1972, derzeit hier abrufbar in der BR3-Mediathek.

Anschließend unterhielt Gemeinderatsmitglied und SC-Judoka Axel von Walter die weit mehr als 100 Gäste mit Anekdoten aus der Gründungszeit und beschrieb die damalige Judoabteilung mit den Trainern Gerd Egger (7. Platz Olympische Spiele 1972 in München) und Paul Barth (3. Platz Olympische Spiele in München) als „Jackpot“ für Gröbenzell. Er erzählte augenzwinkernd vom schnellen Aufstieg der jungen Judoabteilung, welche die Konkurrenz mit dem benachbarten TSV Großhadern stets nach eigenem Maßstab bewertete, und es sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen bis in die erste Bundesliga schafften. Paulis Trainingspartner Siegi Sterr schilderte lebhaft, wie vor 50 Jahren der Trainings- und Arbeitsalltag gelebt wurde: Der aus Neufahrn stammende Paul Barth fuhr - zunächst mit dem Fahrrad, dann mit dem Moped - zur Arbeit in die Sparkasse München, verweilte bis zum Training bei seinen Sportkameraden (wo er dank der Kochkünste derer Ehefrauen zum starken Halbschwergewichtler heranwuchs) und fuhr bzw. radelte nach dem Training die 20 Kilometer zurück nach Neufahrn. Schließlich erzählte Paul Barth selbst wie wohlwollend er bei der Abteilungsgründung vom damaligen Bürgermeister Eike Götz aufgenommen wurde und, dass die „Chemie einfach stimmte“. Bei seinen Judofreunden Gerd Egger und Siegi Sterr habe er immer Rat und Tat gefunden und Frau Evi stets seine Judoaktivitäten unterstützt. Er betonte, dass die Geselligkeit und die Pflege der Freundschaften untrennbar mit dem Sport verbunden sind. Eindrucksvoll und mit seinem unnachahmlichen Charme schilderte Paul Barth den Beginn seiner internationalen Judokarriere, als er sich gegen die starke nationale Konkurrenz (Peter Herrmann) durchsetzen musste, von Schwergewichtler Klaus Glahn und dem schweißtreibenden Training von Bundestrainerlegende Han Ho San hochgepuscht wurde. Mit den darauffolgenden Erfolgen (3. Platz Europameisterschaft 1968, 5. Platz Weltmeisterschaft 1969) sei er „ganz zufrieden“ gewesen. Bei den Olympischen Spielen 1972 „da oben zu stehen“ sei schon „ein herrliches Gefühl“ gewesen. Mit der Namensgebung der Paul Barth Halle ehrte die Gemeinde Gröbenzell Paulis langjährige ehrenamtliche Tätigkeit und hat im Jubiläumsjahr der Olympischen Spiele 1972 einen überaus gelungenen Rahmen gefunden.

Text: Elli Grünewald

redigiert: Florian Ellmann

Foto: Sandra Winkler

Von links nach rechts: Frau Neureuther und Olypmpiazweiter Günther Neureuther, BJV-Vizepräsidentin Margit Dippold, Olympiadritter Paul Barth mit Ehefrau Evi, Vizepräsidentin Elli Grünewald

 

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