Aktion Mensch macht`s möglich

Der Einladung vom Deutschen Judobund zur Trainerfortbildung Inklusion beim JSV Speyer sind 42 Judoka gefolgt. Das Teilnehmerfeld kam von Ostfriesland über Berlin bis Bayern.

Die Organisation der Veranstaltung übernahm dabei Maria Deimel, Projektreferentin Deutsche Judo Jugend im DJB und die Geschäftsführerin um den Judo-Sportverein Speyer, Frau Gerlinde Görgen. Die mediale Begleitung durch Bild und Video, erfolgte von Leon Petzold, DJB-Juniorteam. Der Judo-Abteilungsleiter, DBS, Herr Günter Geist begrüßte die Teilnehmer aus 12 Landesverbänden

Die müssen gut zupacken können

Die erste Einheit übernahm die Nationaltrainerin des PARA-Judo Frau Carmen Bruckmann, sie vermittelte die Besonderheiten des Olympischen Para-Judo, sowie einige Aspekte der Trainingsmethoden. Menschen mit Seh-Beeinträchtigungen nehmen unsere Umgebung mit verstärkten Sinnen auf. Ihr Gedächtnis ist meist besonders geschult. Besonders hob sie auch den Umgang und die Komplexität der Alltagsbewältigung hervor. Das Organisieren um einen Wettkampf ist deutlich aufwändiger. Hier konnte auch Stefan Axt, TSV Lohhof, Nachwuchsbeauftragter PARA-Judo einige Impulse aus seinem reichen Erfahrungsschatz geben.

Da musst Du mehr ziehen!

Nach dem Mittagessen übernahm Jürgen Albert, Behindertensportreferent im pfälzischen Judoverband, die Halle und füllte diese mit vielen theoretischen und praktischen Informationen zum ID-Judo. ID steht dabei für „Intellectual Disability“. Vom Einfachen zum Komplexen lautet die Devise. Das Zepter übernahmen dann die anwesenden ID-Athletinnen und Athleten, sie zeigten Ihr können und gaben dazu die praktische Anleitung in Ihren Worten. „Da musst Du mehr ziehen!“, lautet der klare Hinweis an einen Übungsleiter der seine wohlgemeinte Ausführung mit einem ID-Judoka, in den Augen eines zusehenden ID-Judoka, wohl nicht korrekt umsetzte. Ja, Übung macht den Meister!

In den Topf der anderen schauen

Die Judoka aus Speyer feierten an diesem Tag mit Livemusik und einem großen Rahmenprogramm mit Lokalpolitikern ihr 60 -jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Dinner in white“, waren die geladenen Gäste, Vereinsmitglieder und Lehrgangsteilnehmer gemeinsam an langen Tischen quer gemischt verteilt. Nun galt es die Positionen zu verändern und die mitgebrachten Speisebehältnisse zu plündern. Vom Gastgeber wurden dazu noch Getränke und Burgern ausgegeben.

One night in Schifferstadt

Nach ausreichendem Schlaf in der Sportschule wurde ein Vortrag von Karin Reth-Scholten, Diplomsportlehrerin und Psychomotorikerin, zum Thema auffällige Kinder und Kinder mit ADHS per power-point durchgeführt. Anhand der anregenden Diskussion konnte dabei ein Austausch der Teilnehmer stattfinden. „Erziehung kann nicht durch Training ersetzt werden!“, so der allgemeine Tenor, dennoch gibt es immer wieder Halt für Einzelne. Wir können nur einen positiven Eindruck vermitteln und die Judowerte so vorleben, dass diese ein Teil zur individuellen Entwicklung sind.

Judo für ALLE

Im letzten Vortrag stellten Frau Gerlinde Görgen und Jeannine Deutschmann, Inklusionsberaterin des LSB und Breitensportreferentin beim Judoverband Pfalz, verschiedene Fördermöglichkeiten vor. Von der sozialen Teilhabe, drohende Behinderung bis zur Freizeitbegleitung sowie Förderungen aus Aktion Mensch kamen Aspekte der Fördermöglichkeiten zusammen. Einig sind sich dabei alle Teilnehmer, es ist zu wenig, zu kompliziert und mit viel Eigenengagement verbunden. Hier gilt es sicher mehr auf die Politiker einzuwirken, damit eine ehrenamtlich günstigere Umgebung geschaffen wird.

Frau Deimel zeigte sich erfreut über die rege Teilnahme bei der Veranstaltung und wies nochmals darauf hin dass das Konzept Judo für Alle, Aktion Mensch vom DJB mit einer hohen Priorität weitergeführt wird.

Die Teilnehmer bedankten sich beim ausrichtenden Verein für die Organisation und bei dem Vertreter des Juniorteams für die gemachten Bilder und Videos, sowie bei Maria Deimel für Ihr Engagement.

Text: Peter Franz; Bilder: Gülfidan Franz

Tags: DJB

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