Judoka aus ganz Deutschland vereint am Judo Festival 2019

Passend zum Tag der Deutschen Einheit treffen sich Judoka aus ganz Deutschland zum Judo Festival 2019 in Oberhaching.

Die mit Sicherheit weiteste Anreise können Teilnehmende aus Borkum mit einer 13-stündigen Fahrt vorweisen.

Zu dem Großevent sind Top-Referenten aus ganz Judodeutschland und darüber hinaus geladen.

Am ersten Tag konnten die Teilnehmenden vormittags zwischen vier verschiedenen Workshops wählen: Dreifacher Olympiateilnehmer und Stützpunkttrainer in München Winston Gordon bot ein abwechslungsreiches Training zu dem Thema „Grip and Throw“ an und zeigte während der Mittagspause „Juji-gatame“ aus verschiedenen Situationen. Bruno Tsafack ist U18 Bundestrainer und vermittelte den Teilnehmenden „bewegtes Judo“. Außerdem zeigte Knut Nowak, ehm. Physiotherapeut der deutschen Nationalmannschaft und ehm. Bundesligakämpfer, wie man „Sehnen und Gelenke für Wettkampfjudoka vorbereiten“ kann. Sven Keidel, Prüfungsreferent des Bayrischen Judo-Verbandes vermittelte unter dem Motto „Best of Kata“.

„Es ist echt schwer, sich bei so einem breiten Angebot für einen Workshop zu entscheiden“ sagt Paola Onofaro aus Wildeshausen, „Ich finde es total toll, dass uns hier in so kurzer Zeit so viel geboten wird“, fährt sie fort.

Am Nachmittag zeigte Bruno Tsafack einen „Ne-waza Handlungskomplex“ für die Judoka, die an seinem Workshop teilnahmen. Yasuko Haramaki, Stützpunkttrainerin in München, vermittelte alles „Rund um O-uchi-gari“. „Das macht total Spaß mit ihr! Man sieht ihr an, dass sie total Spaß an der Sache hat, weil sie immer so viel lacht“, sagte Tobias Seifert. Knut Nowak führte seinen Workshop vom Vormittag fort. Er hat seine Workshops gefilmt und stellt das Material auf seinen YouTube-Channel https://www.youtube.com/channel/UCFNcCI195puQYzIoRULPuWw. Simon Schnell, Athletiktrainer des Nationalkaders, zeigte was es beim „Hanteltraining“ zu beachten gibt. Nadine Wewer, Illustratorin, Designerin und Autorin machte einen Workshop zum Thema „Manga zeichnen – leicht gemacht“.
In der zweiten nachmittäglichen Workshopphase ging es genau so interessant weiter. Während Yasuko Haramaki „Maki-komi“ unterrichtete, hatte Simon Schnell das Ziel: „I make you strong!“ . Richtig austoben konnten sich die Judoka, die am Randori unter der Leitung von Alexander Bauhofer, Landestrainer in Bayern, teilnahmen. Jörn Meiners, Bundestrainer im Ju-Jutsu zeigte „Selbstverteidigung – Atemi“.
Wer am Abend noch Energie hatte, konnte die Spezialtechnik von Ilse Heylen aus Belgien, Olympiadritte 2004 in Athen erlernen. Als Überraschung kam Timo Cavelius, Nationalkaderathlet und zweiter beim Grand Prix in Tbilisi (Georgien) zum Workshop von Ilse dazu und vermittelte den Judoka auf der Matte ebenfalls seine Spezialtechnik. Für die nicht ganz so energiegeladenen Judoka bestand die Möglichkeit, sich beim „Meinungen, Gedanken Austausch“ mit Funktionären aus dem BJV und DJB zu unterhalten. Außerdem bestand die Möglichkeit in der Sauna und dem Schwimmbad zu entspannen.

„Der Tag war sehr anstrengend, aber ich habe viel gelernt. Ich freue mich schon auf die nächsten Tage und bin gespannt, was noch auf mich zukommt.“, sagte Markus Ühlein aus Unterfranken.

Frisch ausgeschlafen konnten die Teilnehmenden sich auf einen zweiten, mindestens genau so spannenden und aktiven Tag freuen. Am Morgen konnten sie mit Bruno Tsafack „Situationen schaffen“, Winston Gordon zeigte „O-soto-gari IN & OUT“. Wer einmal etwas neues ausprobieren wollte, hatte die Möglichkeit sich im Capoeira zu versuchen. Zusammen mit Sabiá Senzaleiro, Capoeira-Lehrer, wurden die Teilnehmenden an die brasilianische Kampfkunst bzw. Kampftanz herangeführt. Hier war vor allem ein gutes Rhythmusgefühl nötig. „Ich fand das cool! Es war total interessant diese Kombination aus Kampfsport und Tanzen erleben zu dürfen.“, sagte Theresa Lutter aus der Oberpfalz. Judoka, die am Donnerstag nicht die Zeit hatten am Hanteltraining mit Simon Schell teilzunehmen, konnten das am Freitagmorgen nachholen. Außerdem konnte man auch den Film „Mrs. Judo – Be strong Be Gentle Be Beautiful“, in dem es um das Leben von Keiko Fukuda eine Judoka, die mit dem 10. Dan im Judo ausgezeichnet wurde.

Nach dem Mittagsessen zeigte Yasuko Haramaki „Leglocks (Ne-Waza)“. Parallel konnten die Teilnehmenden am Workshop „Fun & Action“ des DJB-Juniorteams teilnehmen. Das DJB-Juniorteam ist ein Zusammenschluss junger Judoka, die sich freiwillig engagieren, wie zum Beispiel hier vor Ort bei der Akkreditierung, Referentenbetreuung oder Öffentlichkeitsarbeit. „Ohne die Unterstützung der Jugendlichen, wäre vieles nicht möglich gewesen“, betont Jens Keidel Cheforganisator des Judo Festivals. Simon Schnell zeigte im gleichen Zeitfenster „Judo spezifisches Konditionstraining“. Patrick Stix, Beauftragter für Gewaltprävention im Berliner Judoverband erarbeitete mit den Teilnehmenden in seinem Workshop alles Rund um das Thema „Konfliktmanagement“.

In der zweiten Nachmittagsrunde konnten sich die Judoka im Randori auspowern. Referent Alexander Bauhofer legte hier den Schwerpunkt auf das Anleiten eines aufgabengebundenes Randoritraining. Auch der Cheforganisator Jens Keidel ließ es sich nicht nehmen an diesem Event selbst auf der Matte aktiv zu werden. Er zeigte, „Kata – leicht gemacht für Kyuprüfungen“. Wer den frühen Abend etwas entspannter angehen wollte, konnte sich im Yoga mit Gernot Wührer, Dipl.-Psych. M.A. Päd. Neurofeedback-Therapeut, Sportpsychologe, Yogalehrer, Prana-Lehrer, Heilpraktiker für Psychotherapie, erproben. In einem weiteren Workshop von Simon Schnell ging es um die Theorie hinter „Krafttraining für Judoka“.

Nach dem Abendessen gab es wieder die Chance sich mit Ilse Heylen und ihrer Spezialtechnik auseinander zu setzen. Sie sagte, dass sie sehr glücklich ist hier sein zu dürfen und sie möchte, dass die Teilnehmenden etwas lernen und dabei viel Spaß haben. Außerdem konnte man mit Jens Keidel alles zum Thema „Sturzprävention“ lernen. Natürlich gab es auch am zweiten Abend wieder die Möglichkeit, in der Sauna zu entspannen.

„Meine Erwartungen wurden in den beiden vergangenen Tagen voll erfüllt! Ich freue mich schon auf die letzten beiden Tagen des Judo Festivals“, sagt Johanna Bloehs aus Ingolstadt.

Ein großes Dankeschön geht an AirHop München, die für alle Teilnehmenden Turnbeutel zur Verfügung stellten. Sowie Dax-Sports, die uns eine großzügige Mattenfläche ermöglichen.

Text: Melina Röll / Foto: BJV

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