Letzte Qualirunde der European Tour U18 – Bielsko-Biala

Nach den ersten beiden Cadet Cups in Teplice und Strasbourg ging es im polnischen Bielsko-Biala für die bayerischen Judoka um die letzte Möglichkeit sich für die anstehenden Höhepunkte zu qualifizieren.

Mit Europameisterschaft, Weltmeisterschaft und der EYOF sind es dieses Jahr gleich drei Höhepunkte für die sich die Athletinnen und Athleten empfehlen können. Am ersten Wettkampftag stellten sich mit Odalis Santiago (FC Schweitenkirchen), Maximilian Felde (TSV Abensberg), Adam Toszegi und Rufus Barske (beide TSV Großhadern) vier Bayern der internationalen Konkurrenz. Odalis ging mit zwei 9. Plätzen aus Teplice und Strasbourg im Gepäck in der Gewichtsklasse -52kg an den Start. Nach einem Auftaktsieg zeigte sich die Israelin im Achtelfinale als abgezockter und nahm Odalis zwei Wazaari-Wertungen ab. Kurz musste sie noch zittern, da ihre Gegnerin noch den nächsten Kampf gewinnen musste, damit Odalis ihr weiteres Können in der Trostrunde beweisen konnte. Doch diese gewann und so hatte Odalis den langen Weg unten bis ins kleine Finale zu gehen. Drei weitere souveräne Siege später, in denen sie variables und technisch sauberes Judo zeigte, warf sie auch die an 2 gesetzte Athletin aus dem Turnier. Im Kampf um Bronze ging es gegen eine alte Bekannte, die Französin, die Odalis schon in Strasbourg von einem besseren Ergebnis abhielt. Eine kleine Unachtsamkeit in einer strittigen Szene beendete den Kampf leider nicht zu ihren Gunsten. Dennoch ist der 5. Platz am Ende eine gute Leistung, auf der sich aufbauen lässt.

Bis 60kg versuchten sich wieder Maxi und Rufus zu empfehlen. Rufus zeigte in seinem Kampf gegen den Georgier warum er als Erstjahrgang für die European Tour von seiner Landestrainerin Claudia Straub nominiert wurde. Trotz einer Niederlage machte Rufus einen sehr guten Kampf und stellte seinen Gegner vor einige Probleme. Am Ende machte sich vor allem die physische Unterlegenheit bemerkbar, doch lässt sich daran in den nächsten beiden Jahren leicht arbeiten. Da sein Gegner vor dem Halbfinale auf den späteren Sieger traf, war der Wettkampftag von Rufus leider beendet.

Für Maxi war das Turnier ebenfalls sehr schnell zu Ende. Nach einem guten Beginn im Stand, wo er gute Ansätze zeigen konnte, ließ er sich im Bodenkampf von seinem Gegner düpieren und schied aus.

Als letzter Kämpfer an Tag 1 versuchte Adam (-66kg) sein Glück. Durch seine guten Ergebnisse aus Teplice, Platz 3 und Strasbourg, Platz 5 hat er seine Nominierung schon so gut wie sicher. Dennoch wollte er diese Leistungen nochmal bestätigen. Mit einem souveränen Auftaktsieg startete er auch gleich wie erwartet gut in das Turnier. Sein Gegner im zweiten Kampf zeigte sich hier als harter Brocken. Adam machte den Kampf, setzte gute Techniken an, doch sein Kontrahent nahm ihm immer wieder die Möglichkeiten zu punkten. Mit nur zwei Ansätzen in der gesamten Kampfzeit schaffte es der Italiener Adam einen Wazaari abzunehmen und über die Zeit zu bringen. Leider wartete dort der spätere Goldmedaillengewinner und Adam musste den restlichen Tag zuschauen.

An Tag 2 griffen drei weitere bayerische Judoka ins Wettkampfgeschehen ein. Sebastian Büch (TSV Altenfurt), Ali Hodzic (TSV Abensberg) und Sarah Geretzki (TSV Großhadern) wollten auch nochmal zeigen, dass sie zu den besten ihres Jahrgangs gehören.

Basti (-73kg) hatte anfangs noch kleine Probleme seine Linie zu finden, konnte sich dann aber im Kampfverlauf steigern und ging sogar ins Golden Score. Dort zeigte er sich dann abgezockter und schmiss seinen Gegner sehenswert mit Wazaari. Im zweiten Kampf wartete einer der Turnierfavoriten auf ihn. Dieser ließ nichts anbrennen und marschierte bis ins Viertelfinale. Dort passte er nicht auf und verlor nach nur 9 Sekunden und so war Basti trotz guter Leistung raus.

Besser erging es Ali bis 81kg. Auch er gewann nach großer Anstrengung seinen ersten Kampf und musste dann im zweiten Kampf gegen einen alten Bekannten. Der an 1 gesetzte und spätere Sieger aus Frankreich war bereits in Strasbourg Alis Gegner, gegen den er kein Mittel fand. So versuchte sich auch Ali in der Trostrunde. Es gelangen ihm noch zwei weitere Siege ehe er im Kampf um den Einzug ins kleine Finale gegen seinen georgischen Gegner ausschied. Platz 7 ist aufgrund des starken Teilnehmerfelds ein gutes Ergebnis.

Mit zwei 7. Plätzen von den vorherigen Cups versuchte Sarah (-57kg) in Bielsko-Biala nochmal alles, um es der Bundestrainerin schwer zu machen auf sie bei einem Höhepunkt zu verzichten. Im ersten Kampf ließ sie nichts anbrennen und so war es die an 4 gesetzte Französin, die Sarah in die Trostrunde schickte. Hier zeigte sie in den nächsten drei Kämpfen, dass sie unbedingt ihre erste Europacup-Medaille haben wollte. Auch in schier aussichtslosen Situationen kämpfte sie sich zurück und ließ sich nicht von ihrem Ziel abbringen. Nach den kräftezehrenden Kämpfen stand sie nun also im kleinen Finale. Die Pause vor dem Finalblock nutzte sie gut zur Regeneration und zur Vorbereitung auf ihre letzte Gegnerin. Die an 3 gesetzte Ungarin zeigte sich in den vorherigen Kämpfen als gefährliche Athletin und so war die Marschroute für Sarah klar: Von der ersten Sekunde an Vollgas und den Kampf möglichst schnell beenden. Und Sarah setzte es perfekt um. Nach nur 7 Sekunden (!) erwischte sie ihre Gegnerin mit einem wunderbaren O-soto-gari und holte sich die Bronzemedaille. Der abfallende Druck war offensichtlich und so waren ein paar Freudentränen auch bei all dem Jubel um die verdiente Platzierung dabei.

Wie immer nach dem Kämpfen nahmen die Bayern noch am Trainingscamp teil, um die Dinge, die in den Kämpfen aufgefallen sind, nachzubereiten und gegen die internationale Konkurrenz viele Randoris zu machen. Sichtlich erschöpft ging es am Mittwoch wieder nach Hause. Dort warten wir nun gespannt auf die Nominierungen des DJB, mit den gezeigten Leistungen haben sich aber einige durchaus empfohlen. Wir drücken die Daumen!

Bilder und Text: Alexander Bauhofer & Claudia Straub

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