Der Mann hinter den Erfolgen: Ralf Matusche

Ralf Matusche ist als bayerisches Urgestein im Judosport nicht wegzudenken. Er ist der Mann, der die Halle in München Großhadern im wahrsten Sinne des Wortes zusammenhält. Judo am Bundesstützpunkt München ist ohne ihn nicht vorstellbar. Seit vielen Jahren ist Ralf Matusche als Bundesstützpunkttrainer aktiv und hat unzählige Erfolge mit den Athleten feiern dürfen, seit zwei Jahren ist er nun Bundesstützpunktleiter. Doch bevor es zu den Erfolgen kommt steht ein hartes Stück Arbeit an.

Als Deutscher Jugend- und Juniorenmeister war Ralf über sieben Jahre hinweg Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft, gewann acht Weltcup-Medaillen und Bronze bei der Team-Europameisterschaft. Leistungssport ist ihm folglich in seine DNA gegeben. Sein Fabel hierzu begann vermutlich bei den Olympischen Spielen in München 1972, die Ralf als kleiner Junge als Zuschauer erleben durfte. Bronze durch Paul Barth, eine Platzierung durch Gerd Egger – die eigenen Vorbilder im Judosport waren in ihrer Heimatstadt erfolgreich und Ralf vom Olympischen Flair begeistert. Als junger Trainer konnte er dann zusammen mit Richard Trautmann in Atlanta 1996 Bronze feiern. Eine Erfahrung, die Ralf Matusche rückwirkend als sein schönstes Trainererlebnis bezeichnet, ohne dabei zu vergessen, dass auch der Deutsche Mannschaftsmeistertitel des TSV Großhadern 2001 mit der „Goldenen Generation“ ein sehr emotionales Erlebnis war. Es macht deutlich, dass Ralf ein heimatverbundener Teamplayer ist - vor lauter Olympia kommt ihm dann doch ins Gedächtnis, dass Florian Wanner 2003 Weltmeister in Japan wurde und somit für einen absoluten Höhepunkt sorgen konnte! 

Mit dem Erfolg in Atlanta fasst Matusche einen Vorsatz: „Ich möchte keine Olympischen Spiele mehr verpassen!“. So durfte der 2000 in Sydney Florian Wanner betreuen, 2004 in Athen Florian Wanner und Gerhard Dempf, eher in 2008 kein bayerischer Sportler die Qualifikation schaffte und ein Generationen- und Paradigmenwechsel vollzogen wurde. 2012 konnten dann Tobias Englmaier und Christopher Völk in London an den Start gehen und von Ralf betreut werden, ehe es 2016 mit Englmaier und Sebastian Seidl erneut zwei bayerische Sportler unter seinen Fittichen zu den Spielen schafften. Diese Highlights bleiben natürlich in Erinnerung.

Leider wird 2021 in Toyko, ausgerechnet in der Heimat des Judos, pandemiebedingt der Betreuungsschlüssel drastisch reduziert, sodass nun die Spiele von zuhause verfolgt werden müssen und aus der Ferne die Daumen gedrückt werden.

Dieses Leben für den Leistungssport spiegelt sich auch in einer Gesamtbilanz wider. 11 Olympiateilnahmen, 20 WM-Teilnahmen und über 20 EM-Teilnahmen alleine im Erwachsenenbereich sprechen eine deutliche Sprache. Bereits 2010 wurde Ralf Matusche als Anerkennung seiner Leistungen der 6.Dan verliehen.

Wie wichtig seine Rolle bei all den Erfolgen ist, lässt sich im Vorzimmer des Fitnessstudios am BSP München erahnen. Dort hängen Rückennummern der großen Turniere der Sportler gerahmt und mit klaren Botschaften versehen an der Wand und erinnern an die Erfolge, und auch das harte Training für eben diese: „Für den Mann hinter den Erfolgen! Vielen Dank!“ schreibt Christopher Völk auf seine London-Rückennummer aus 2012 und macht deutlich, was auch Geschäftsführer Florian Ellmann für den Bayerischen Judo-Verband e.V. verdeutlicht: „Mit Ralf haben wir zum Glück eine sehr zuverlässige Konstante am Bundesstützpunkt, auf die wir uns zu 100 Prozent verlassen können!“. Gerade für die Olympiaden bis 2024 und 2028 stehen einige junge Athleten in München auf der Matte um sich international zu beweisen und München möglichst stark zu repräsentieren. Dabei wird ein Mann im Hintergrund wieder hervorragende Arbeit geleistet haben: Ralf Matusche.

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