Bundes-A-Kampfrichterlehrgang in Hennef

Erstmalig hat der DJB zwei Bundes- B- Kampfrichter aus zwei unterschiedlichen Gruppen zum Lehrgang nach Hennef eingeladen. Dies soll zukünftig im turnusmäßigen Wechsel erfolgen. Neben mir wurde noch ein Kollege aus Bremen (Gruppe Nord-West) hinzugezogen. Als mir unser ehemaliger Gruppenreferent Klaus Pfaffl mitteilte, dass er mich dort hinschicken möchte, habe ich das als Auszeichnung betrachtet, und mich sehr gefreut. Danke nochmals an dieser Stelle.

Es war schon ein Erlebnis, einmal die Jungs und Mädels persönlich kennenlernen zu dürfen, die wir sonst nur auf den IJF- Videos oder von den Videobändern der Bundesliga her kennen.

Nachdem die erste heiße Diskussion entbrannt war, ob beim Ei nun die Luft nach oben steigt, oder unten bleibt, habe ich gewusst, dass ich hier richtig bin. Das war sozusagen mein erstes Erlebnis, mit unseren „Größen“.

Stefan Bode hat uns die Einsatzsituation für die IJF und A- Kampfrichter erläutert, die jedem klar gemacht haben dürfte, dass die Einsatzsituation auf höchster deutscher Ebene immer schwieriger wird, und sich das Problem weiter nach unten durchzieht. Erfreulicherweise steht nun auch unser Kollege Alexander Berger im Focus der IJF, und wir werden ihn wohl doch bei dem einen oder anderen Grand Slam zu sehen bekommen. Alex, wir drücken dir ganz fest die Daumen, dass es klappt!

Als richtig gut empfunden habe ich die Erläuterungen zu den einzelnen Videosequenzen, da hier die eine oder andere haarige Szene wirklich detailliert besprochen wurde. Das ist natürlich nur dann möglich, wenn auch die entsprechenden technischen Voraussetzungen gegeben sind.

Persönlich für mich das Highlight waren die Einheiten, die Frank Wieneke präsentiert hatte. Die verschiedenen Griffsituationen, auf die wir immer wieder treffen, waren hochinteressant, und was sich daraus für Techniken ableiten lassen.

„Beachtet die Judowerte!“ War ein ganz großes Schlagwort für diesen Lehrgang, aber dazu komme ich noch, ohne tiefergehende Details zu nennen.

Neben den Videoszenen, die in Gruppenarbeiten besprochen wurden, gab es dann auch noch die Gelegenheit sich zunächst im Landesverband und dann in der Gruppe auszusprechen. Dabei wurde Klaus Pfaffl nach 11 Jahren als Gruppenreferent der Gruppe Süd verabschiedet, und Pierre Bruckmann als sein Nachfolger vorgestellt. Klaus, für deine Arbeit auf und neben der Matte herzlichen Dank. Bis dahin war noch alles in Ordnung, bis der Einwurf kam, wie es sein kann, dass vier Bayern aus der Gruppe Süd bei der Deutschen Meisterschaft eingesetzt werden, und keiner aus den anderen Landesverbänden der Gruppe Süd. Auch wurde hier kritisch beurteilt, dass wir wieder eine(n) Kampfrichter(in) zur A- Prüfung schicken, und die beiden anderen Landesverbände das Nachsehen haben. Hier kochten dann die Emotionen leicht über, zumal noch weitere Äußerungen gefallen sind, die aber den Rahmen des Berichtes sprengen würden, und nur für weiteren Unmut sorgen können, und ich will hier nicht weiter Öl ins Feuer gießen.

Am späten Nachmittag wurde dann ein „Test“ geschrieben, der in 3-er Teams zu bearbeiten war. Dieser wurde dann am Abschlusstag besprochen, in der Form, dass die Musterlösung vorgelesen wurde.

Am sogenannten „bunten Abend“ wurden verdiente Kampfrichter in den Ruhestand verabschiedet, und mit einer ca. 40cm großen Statue des Jiigoro Kano beschenkt.

Auch unser nicht wieder gewählte Expräsident Peter Freese hielt seine Abschiedsrede, die so einige Fragen aufwirft, was generell die Veränderungen im gegenseitigen Umgang aufgeworfen hat. Unser Daniel musste dann zusammen mit seinen frisch gekürten A- Prüflingen aus 2019 immer wieder feststellen, dass er schön ist!! Das kleine Theaterstück, das hier aufgeführt wurde, hat die Stimmung dann doch wieder deutlich ansteigen lassen.

Die beiden Protagonisten der Gruppensitzung haben die Gelegenheit genutzt, und sich zumindest per Handschlag auf Waffenstillstand geeinigt. Der bunte Abend war wirklich bunt, und ließ nicht erahnen, was noch kommen sollte.

Kurz bevor Stefan Bode, uns dann zur Heimreise entließ, verabschiedete sich das langjährige Bundeskommissionsmitglied Angelika Wilhelm mit brüchiger Stimme und sofortiger Wirkung aus der Kommission, aus persönlichen Gründen. Die Standing Ovations hat sie sich wirklich verdient. Schließlich und endlich durfte ich einen Lehrgang erleben, der von der Regelauslegung her nicht wirklich „Neues“ ergeben hat. Das war auch nicht zu erwarten, so kurz vor Olympia, dennoch war er ereignisreich und für mich als „Neuling“, „Frischling“ oder wie auch immer man mich dann dort bezeichnen möchte als interessant dargestellt hat. Wie schon erwähnt, weniger wegen der Regelauslegung als vielmehr wegen der Randerscheinungen.

Eine bitte an alle Judokas. Begegnet euch mit dem notwendigen Respekt und Hochachtung vor der Leistung des anderen. Das gilt für uns Kampfrichter, ebenso wie für Kämpfer und auch Betreuer. Wir alle sind letzten Endes Vorbilder für die Generationen, die nach uns kommen werden.

Ein Lächeln beim Betreten der Halle oder ein „Guten Morgen“ beim Betreten des Wiegeraumes hat noch keinem Kampfrichter, Kämpfer oder Betreuer geschadet. Wir alle lieben unseren Sport über alles und sollten die Judowerte nicht nur leere Worte sein lassen.

Text: Matthias Pehland, Bilder: Hinnerk Hagenah

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