Outdoor in Kleingruppen - Erfahrungen aus Erlangen

… und plötzlich kam eine Mail von Christian, unserem Sensei: Kommenden Donnerstag (am Feiertag!) wird es ernst - wir dürfen uns treffen! Draußen im Freien. Sage und schreibe 4 Judoka in der früheren und 4 Judoka in der späteren Gruppe, mit Anmeldung. Ein Viertel A-Platz, bester Rasen, gehört für diese 2x 60 Minuten uns. Noch Anfang des Jahres hatte im Dojo oft die Linie zum Angrüßen nicht ausgereicht, wir hatten um’s Eck gestanden, wir waren 30 Leute, manchmal 40. Und nun 4 Leute auf einem Viertel A-Platz.

Ich war gespannt, wie es sich anfühlt. Also habe ich mich in normaler Sportkleidung, mit Handtuch und Judogürtel bewaffnet, auf mein Rad geschwungen. Schon das war irgendwie ein befreiendes Gefühl, für Judo nicht einsam in den Keller vor den Laptop gehen zu müssen, sondern sich wirklich und real zu treffen. Pünktlich, wie es sich gehört, waren wir alle vier da. Fast verloren wartete Christian auf einer so großen Rasenfläche nur auf uns. Ohne den gewohnten Judo-Anzug. Fast sehnsüchtig haben wir immer wieder zu den Karate-Kämpfern in ihren weißen Anzügen rübergesehen. Aber andere waren schnell vergessen, als es losging. Kurzes Angrüßen im Stehen, dann gab es Koordinationstraining, Krafttraining, sogar einen Zirkel, um wieder etwas in Form zu kommen, etwas Kraft aufzubauen, die selbstverständliche Balance zu finden. Nur - irgendwie wurde ich schon abgelenkt, vom kühlen Gras zwischen meinen Zehen (natürlich hatte nach kurzer Zeit keiner mehr seine Turnschuhe an), vom tiefblauen Himmel mit den dekorativen Schäfchenwolken. Ohne einen eizigen Kondensstreifen. Auch das TV-Gebäude sieht ganz anders aus, wenn man es kopfüber zwischen seinen Beinen hindurch anschaut. Und normalerweise musste ich mir auch nie Sorgen machen, dass mir die Spätnachmittags-Sonne die Schultern verbrennt. (An Sonnencreme hatte ich natürlich nicht gedacht.) Ja, wir haben Sport gemacht. Ja, es wurde auch anstrengend. Aber immer wieder habe ich kurz innegehalten für einen Blick zu diesem tiefblauen Himmel. Denn sehr oft würden wir nicht in dieser Kulisse Judo machen.

Text: Heike Sobotta / Bild: TV 1848 Erlangen

(Anmerkung des Editors: der Artikel beschreibt die Situation ab 21.05.2020, als das kontaktfreie Training outdoor freigegeben wurde)

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