Familienjudo online - Das etwas andere Judo

2. Teil der Erfahrungen aus Erlangen:

Freitag 19:15 Uhr, Corona-Zeit: Es werden Wohnzimmer ausgeräumt und Matten jeglicher Art ausgelegt. Kinder, Eltern und Trainer ziehen zu Hause Judoanzüge an. Eine Video-Konferenz wird gestartet. Daraufhin beginnt ein fröhliches Durcheinander-Plappern, es werden Kinderzeichnungen in die Kamera gehalten und letzte (?) technische Probleme behoben.

Meist pünktlich um 19:45 Uhr beginnt wie zu Vor-Corona-Zeiten das Eltern-Kind-Judo. Der Ablauf des Trainings ist genauso wie immer: Angrüßen, Anwesenheit prüfen, Aufwärmen, Fallschule, Stand- und Bodentechniken sowie Übungskämpfe (Randoris), gemeinsames Abschlussspiel, Abgrüßen. Jeder macht so mit, wie es seinen Fähigkeiten und seiner Gürtelfarbe entspricht. Auch der Abschluss-Hock mit dem besten Eltern-Bierchen der Woche sowie Chips und Süßigkeiten für die Kinder ist weiterhin fester und beliebter Bestandteil unseres Familientrainings am Freitagabend.

Das Ungewöhnliche ist, dass die Vorbereitung eines solchen Trainings zum einen deutlich aufwändiger ist, als wir Trainer es gewohnt sind, und dass zum anderen die Trainings-Intensität geringer ist, als die teilnehmenden Familien es gewohnt sind. Gewisse Regeln wie beispielsweise „Geschwister trainieren nicht miteinander“ werden außer Kraft gesetzt, was bei echter Geschwisterliebe manchmal zu hochkochenden Emotionen führt. Das ist dann eine tolle Gelegenheit, unsere gemeinsamen Judo-Werte innerhalb der Familien einüben und ausleben zu können. Bei technischen Schwierigkeiten müssen aber auch schon mal nicht-Judo-affine Geschwister aus dem häuslichen WLAN entfernt werden, um mehr Platz in der Internetleitung für das online-Training zur schaffen. Wenn der Platz drinnen nicht ausreicht, wird eben draußen trainiert – notfalls mit dicker Jacke unter dem Judoanzug und noch dickeren Socken an den Füßen.

Text: Maike van Geldern

Foto: Heizo Takamatsu (Familientraining 2019 noch vor Corona)

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