Silber und Bronze bei Bayerischen Meisterschaften

Bei den Bayerischen Meisterschaften der U18 am 17./18.09.2022 in Abensberg war auch die Judo-Abteilung des TSV Unterhaching vertreten und zwar insgesamt mit 6 Starterinnen und Startern. Diese wurden mangels Möglichkeit einer zeitnahen Qualifikationsmeisterschaft vom Judobezirk München des BJV für die Teilnahme nominiert. Den Auftakt machte am Samstag die MU18 mit Nicolas Baumeister, Felix Niklaus (beide -81kg), Erik Sterker (-55kg) sowie Felix Hofreiter und Paul Penszior (beide -66kg).

In der Klasse bis 81kg sicherte sich Nicolas Baumeister durch zwei Siege gegen Lovis Deuble und Leonhard Derr die Teilnahme am Halbfinale, bevor er  gegen Daniil Spyrydonov seinen letzten Vorrundenkampf abgeben musste. Felix Niklaus hingegen blieb in seiner Vorrunde ungeschlagen, vier Siege gegen Henry Wakefield, Quirin Kurz, Jonah Schmid und Simon Ketzler in seinem Vorrundenpool bedeuteten auch für ihn das Halbfinale. Da dort der jeweilige Poolsieger jedoch auf den Poolzweiten des anderen Pools trifft bedeutet dies ein vereinsinterne Duell zwischen Niklaus und Baumeister, welches Baumeister durch Ippon für Ko-uchi-gari (Innensichel) für sich entscheiden konnte. Im Finale traf der dann wieder auf Spyrydonov, das Ergebnis das gleiche. Damit am Ende Silber für Baumeister und Bronze für Niklaus, beide damit für die Süddeutschen Meisterschaften qualifiziert. In der Klasse bis 55kg unterlag Erik Sterker in seinem Auftaktkampf zunächst Alexander Bürger. Sterker, für den es das erste Jahr in der Alterklasse u18 ist, zeigte eine starke Leistung und konnte sich wiederholt aus brenzligen Situationen, insbesondere im Boden befreien. In der Trostrunde gegen Anton Haiber war er dann erfolgreich, schickte seinen Gegner mit einem beeindruckenden O-goshi (Hüftwurf) auf die Matte und holte sich so den Sieg. Danach war leider mit einer weiteren Niederlage Schluss im Doppel-ko-System, somit Platz 7, ein mehr als ordentliches Ergebnis im ersten Jahr. Doppelt besetzt bei den Hachingern auch die Klasse -66kg, gemeinsam mit 25 weiteren bildeten sie das mit Abstand größte Teilnehmerfeld an diesem Tag. Paul Penszior startete zunächst mit einer Niederlage gegen Tim Seidel (SV Hirten), konnte sich in der Trostrunde durch Ippon für eine Kontertechnik gegen Linus Germayer (SC Gröbenzell) durchsetzen, bevor eine zweite Niederlage auf für ihn das Aus bedeutete, somit Platz 13. Felix Hofreiter startete zunächst mit einem Freilos und traf so in Runde 2 auf Denys Lenda (SV Gold-Blau Augsburg). Es entwickelte sich ein harter und ausgeglichener Kampf, bei dem zunächst der Kämpfer aus Schwaben mit Waza-ari für eine Selbstfalltechnik in Führung ging. Hofreiter gelang der Ausgleich, als er den Versuch eines Ura-nage (Kontertechnik) selbst mit O-uchi-gari übernehmen konnte. Bis zum Ablauf der regulären Kampfzeit kamen keine Wertungen mehr hinzu, lediglich das Strafenkonto beider Kämpfer füllte sich. Nach ca. 2 Minuten in der Verlängerung und einem kompletten Unentschieden (beide Waza-ari-Wertung, beide 2 Strafen, die dritte hätte die Disqualifikation bedeutet) suchte Lenda die Entscheidung. Mit Sumi-gaeshi war er in der regulären Kampfzeit erfolgreich gewesen, doch diesmal fehlte komplett das Timing, Hofreiter nutze dies zu einem Haltegriff, den er die erforderlichen 10 Sekunden zur kampfentscheidenden Wertung durchhielt. Im Viertelfinale musste er dann gegen den späteren Turniersieger Valentin Sommer (TSV Großhadern), den er zu Beginn mit einem Ura-nage-Ansatz in Schwierigkeiten bringen konnte, fehlende Kontrolle verhinderte jdeoch die Überraschung. Am ende setzte sich der favorisierte Kämpfer, der auch im Bayernkader ist, klar durch. In der Trostrunde ging es dann gegen Sascha Sarzhan (ESV München). Beide hatte in den vorangegangenen Kämpfen Kraft gelassen, so dass wenig spektakuläre Szenen zu beobachten waren. Sarzhan sammelte zwei Shidos (Strafe) wegen unerlaubtem Griff ans Bein, Hofreiter zwei für Passivität, da es ihm nicht gelang effektive Angriffe gegen den Münchner zu starten. Die Entscheidung brachte dann ausgerechnet ein offener Gürtel. Die Kämpfer sind angehalten, ihre Wettkampfkleidung bei jeder Unterbrechung selbständig in Ordnung zu bringen. Erfolgt dies wiederholt nicht, müssen die Kampfrichter Shido geben. Und dieses dritte Shido bedeutete die Disqualifikation für Sarzhan. In der nächsten Runde reichte bei Hofreiter die Kraft nicht mehr, nach seiner zweiten Niederlage beendete er das Turnier als 7. von 27 Startern. Am Sonntag war dann mit Selina Beer (-57kg) die einzige weibliche Kämpferin des TSV Unterhaching am Start. Im Auftaktkampf ihres insgesamt erst vierten Wettkampfes musste sich Beer zunächst Madita Reichelt geschlagen geben. In der Trostrunde setzte sie sich dann klar gegen Marina Kempf (TuS Prien) durch, Waza-ari durch Ko-soto-gari (Außensichel) und ein direkt anschließender Haltegriff brachten der Hachingerin ihren ersten Sieg auf Landesebene. Der nächste Kampf dann gegen Sophia Pistora, ausgerechnet der Kampf um die Qualifikation zur Süddeutschen damit gegen eine Kämpferin des langjährigen Partnervereins, weshalb die Trainer Andreas Hofreiter (Unterhaching) und Willy Huber (SC Armin München) die Trainerstühle leer ließen, wie es auch bei Starterinnen aus demselben Verein üblich ist. Am Ende setzte sich Beer durch, ein Haltegriff brachte die Entscheidung. Im Kampf um Bronze dann mit Emilie Marschall (DJK Ensdorf) eine Dan-Trägerin. Zweimal konnte sie der Oberpfälzerin aus einem Haltegriff entwischen, bevor diese einen angriff der Hachingerin übernehmen konnte und so den Ippon zum Sieg holt. Für Beer damit Platz 5 und die Qualifikation zur Süddeutschen Meisterschaft. Diese findet am 24./25.09.2022 in Passau statt.

Text u. Bild: A.Hofreiter

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