Umgang mit älteren Menschen – Was muss ich beachten?

Nicole Schwarz, Referentin für Breitensport und Sport für Ältere im BLSV

Als Übungsleiterin oder Übungsleiter haben wir neben unserer sportfachlichen Kompetenz die Aufgabe, unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer altersgerecht anzuleiten und zu be-treuen. Methodische Ansätze, angepasst an die Sportgruppe, sind ebenso wichtig wie der respektvolle Umgang mit der Gruppe und mit jeder einzelnen Person.
Sicherlich ist Ihnen bei den nachfolgenden Punkten vieles – vielleicht so gar alles – bekannt. Dennoch – der Umgang mit älteren Menschen ist ein besonderes und äußerst sensibles Thema. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern als Gedankenstütze für Sie, die Sie als engagierte Vereinsmitarbeiterinnen und –mitarbeiter tätig sind, wollen wir mit diese Tipps Ihnen längst Bekanntes einfach noch einmal ganz bewusst ins Gedächtnis rufen.

1. Begrüßung und Verabschiedung

Sprechen Sie die TN, wenn diese ankommen bzw. gehen mit Namen – sofern Sie diesen wissen – an. Begrüßen Sie die gesamte Gruppe zu Beginn einer jeden Stunde. Beenden Sie Ihre Sportstunde und verabschieden Sie sich mit einem freundlichen Lächeln.

2. Freundlicher Ton, Blickkontakt und ein Lächeln sind Ihr Handwerkszeug für eine positive Atmosphäre

Die Menschen kommen zu Ihnen in die Sportstunde aus unterschiedlichen Gründen.
Zum einen wollen sie durch Bewegung ihre Gesundheit fördern. Zum anderen ist das „Dabei sein“ in der Gruppe von großer Bedeutung. Dass Sie als ÜL mit freundlichem Ton und einem charmanten Lächeln maßgeblich zu einer positiven und entspannten Atmosphäre beitragen, ist Ihnen sicherlich bewusst.
Machen Sie dennoch die Probe: Suchen Sie bei Ihrer nächsten Sportstunde zu verschiedenen TN Blickkontakt, schenken Sie ihnen ein Lächeln und genießen Sie die positive Resonanz, mit der Sie umgehend belohnt werden.

3. Laut und deutlich sprechen

Da ältere Menschen oftmals nicht mehr ganz so gut hören, ist es besonders wichtig, dass Sie als ÜL laut und deutlich sprechen. Erklären Sie die Bewegungsabläufe so detailliert wie möglich. Wiederholen Sie Ihre Übungsanleitungen bei Bedarf mehrfach.
Fordern Sie Ihre TN immer wieder auf, regelmäßig und entspannt zu atmen.

4. Genaue Angaben zur Organisationsform

Um Ihren TN maximale Sicherheit zu geben, müssen Sie nicht nur die Bewegungsaufgaben detailliert erklären, sondern ganz genaue Angaben zu den von Ihnen gewünschten Organisationsformen geben. Ob Kreis-, Block- oder Linienaufstellung oder Gruppeneinteilung für Staffelspiele – überlegen Sie in der Vorbereitung genau, wie Sie die Aufstellungen organisieren. Machen Sie sich die Mühe, mit Hilfsmaterialien wie Zeichnungen oder Aufstellen von Hütchen zu arbeiten.

5. Lautstärke der Musik

Wenn Sie bei Ihrem Sportprogramm Musik verwenden, fragen Sie immer wieder nach, ob die Lautstärke für die TN in Ordnung ist. Ältere Menschen sind zum Teil sehr geräuschempfindlich und empfinden laute Musik mehr als „Belästigung“ denn als Motivationshilfe.

6. Lob als Motivationselement

Versäumen Sie nicht, die TN mit Lob und Anerkennung immer wieder zu motivieren. Sie als ÜL haben dabei die Möglichkeit, die Leistung des Einzelnen entsprechend zu wertschätzen. Die TN werden sich aber auch darüber freuen, wenn Sie bemerken, wie regelmäßig sie an der Übungsstunde teilnehmen.

7. Korrekturen als Ausdruck Ihrer Fachkompetenz

Korrekturen am Einzelnen sind ebenso wichtig wie die genauen Übungsbeschreibungen. Gehen Sie durch die Reihen und scheuen Sie sich nicht, Korrekturen vorzunehmen. Die TN kommen deshalb zu Ihnen in die Sportstunde, weil sie Ihre fachliche Kompetenz schätzen.

8. Zeigen Sie Interesse am Einzelnen

Wenn Sie die TN Ihrer Gruppe gut kennen, wird es Ihnen nicht schwer fallen, mit jedem Einzelnen auch einmal ein paar private Worte zu tauschen. Besonders freuen sich die Menschen, wenn man an sie denkt, obgleich sie durch Krankheit oder andere Umstände nicht mehr zur Sportstunde kommen können. Ein Anruf, eine Grußkarte oder gar ein persönlicher Besuch erweisen sich als ganz besonders nette Geste, die man Ihnen danken wird. Und sollten Sie keine Zeit finden, so versuchen Sie zu organisieren, dass die TN aus der Gruppe dies übernehmen.

9. Zeit für den Austausch untereinander

Natürlich treffen sich die Menschen bei Ihnen in der Sportstunde um sich zu bewegen. Dennoch sollten Sie für Ihre TN immer etwas Zeit einplanen, in der sie sich austauschen und soziale Kontakte pflegen können. Am besten eignen sich die 5 – 10 Minuten vor Beginn der Übungseinheit.
Bei gemeinsamen Aktivitäten außerhalb des Bewegungsangebots wie beispielsweise bei Weihnachtsfeiern, Sommerfesten, Wanderungen, Radtouren oder bei gemeinsamen Besuchen kultureller Veranstaltungen haben Ihre TN die Gelegenheit, das eine oder andere mehr vom anderen zu erfahren.

Grundsätzlich gilt, dass wir uns bewusst machen, welch großen Einfluss wir als ÜL auf unsere TN haben. Nicht nur die Qualität des Sportangebots hängt maßgeblich von uns ab. Die Art und Weise wie wir miteinander umgehen, prägt die gesamte Atmosphäre in der Gruppe, manchmal sogar im Verein. Wir müssen uns also immer wieder klar machen, dass wir respektvoll mit unseren Mitmenschen – und hier speziell mit den TN unserer Sportstunde – umgehen. So bringen wir Harmonie nicht nur in unsere Gruppen, sondern spüren die positiven Auswirkungen auf uns und unsere Arbeit.

ÜL steht für Übungsleiter/in
TN steht für Teilnehmer/in

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Ich mache Judo, weil…

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ich von klein auf nichts andere mache, es der geilste Sport der Welt ist, man immer wieder neue Leute trifft, wir eine super Mannschaft sind und auch außerhalb der Matte viel Spaß zusammen haben.

Conni, 24, FC Hohenthann

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